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IT

von Cyril Alias

SAP in Indien
Indien wird für SAP immer teurer, aber auch immer wichtiger

 
Wichtige Entscheidungen in Sachen Entwicklung sollen beim deutschen Software-Giganten SAP künftig auch in Bangalore getroffen werden, so hieß es Ende März aus Walldorf. Bangalore ist mit 3.000 Angestellten Entwicklungsstandort Nr. 2 des Unternehmens. Auch Entwicklungsarbeiten aus Deutschland unterstehen von nun an einem Team aus deutschen, chinesischen und indischen Managern in der südindischen Metropole. Claus Neumann, Indien-Chef bei SAP, teilte dem „Handelsblatt“ mit, „das Herz der Entwicklung schlage damit nicht mehr ausschließlich in Walldorf“.

Schon im vergangenen Jahr kündigte SAP die auf die nächsten fünf Jahre verteilten Investition von einer Milliarde US-Dollar in den Standort Indien an, um die strategische Position Bangalores für den asiatisch-pazifischen Raum zu stärken. Auch für den indischen Markt selbst sei diese Investition nötig, da es laut Unternehmensangaben zu den acht wichtigsten Märkten gehöre. Einhergehend mit der Meldung über die finanzielle Unterstützung wurden auch Pläne zur Erhöhung der Mitarbeiterzahl um weitere 1.000 Mitarbeiter öffentlich.

Beide Meldungen passen in den schon zu früheren Zeitpunkten angekündigten Plan, den Standort Bangalore zu stärken, um sich der dortigen Konkurrenz der Global Players noch besser stellen zu können.

Diesen Meldungen widersprechend tauchten hingegen zu Beginn dieses Jahres Nachrichtenmeldungen auf, nach denen SAP-Führungskräfte Indien als „allmählich zu teuer“ erachteten. Kritik wurde dabei an den relativ hohen Lohnkosten, der hohen Fluktuation und der schlechten Infrastruktur Indiens laut. Daher wolle man sich mehr auf Osteuropa und China als alternative Entwicklungslokationen konzentrieren, sagte Henning Kagermann seinerzeit der „Financial Times Deutschland“.

In welche der beiden Richtungen sich SAP in der nahen und mittleren Zukunft bewegen wird, bleibt wohl abzuwarten. Jedoch wird deutlich, dass die Indiens Zeiten als Billigstandort vor dem Ende stehen und eine Aufwertung zu einem strategischen Position innerhalb des Unternehmens bevorstehen könnte.
 

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